Gorbatschow mit Medienpreis Goldene Henne ausgezeichnet

Der frühere russische Präsident Michail Gorbatschow ist am Mittwoch in Berlin mit dem ostdeutschen Medienpreis „Goldene Henne“ ausgezeichnet worden. Gorbatschow, der von Tochter Irina begleitet wurde, erhielt den Ehrenpreis für Politik für seine Verdienste um die deutsche Einheit. Der russische Politiker empfing die 2997 Gramm schwere Henne von Altbundeskanzler Helmut Kohl, der seinen ersten gesellschaftlichen Auftritt seit dem Tod seiner Gattin Hannelore hatte. Der von den Zeitschriften „Super Illu“ und „Super TV“ sowie dem MDR Fernsehen ins Leben gerufene Medienpreis würdigt die vor zehn Jahren verstorbene Ost-Berliner Schauspielerin Helga Hahnemann, auch volkstümlich „Henne“ genannt. Unter den 2000 geladenen Gästen verfolgten zahlreiche Prominente aus dem In- und Ausland die Preisverleihung, darunter der amerikanische und der russische Botschafter. Für die musikalische Unterhaltung sorgten unter anderem die Mädchenband No Angels, die Gruppe Die Prinzen und der irische Sänger Chris de Burg.

Im Hinblick auf die Trauer nach den Angriffen auf die USA betonten die Organisatoren, es handele sich um eine Veranstaltung mit unterhaltenden Elementen, nicht um reine Unterhaltung. „Das Leben geht weiter“, zitierte Wolfgang Vietze, Programmdirektor des MDR-Fernsehen und Mitveranstalter der Preisverleihung, den New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani. Dennoch reagierten die Veranstalter auf die jüngsten Entwicklungen mit einigen Programmänderungen. Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hielt eine Laudatio auf einen anwesenden New Yorker Feuerwehrmann. In den vergangenen Jahren war die „Goldene Henne“ unter anderem an den ehemaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP), an Altbundeskanzler Helmut Kohl und an den ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog verliehen worden. Auch Prominente aus den Bereichen Musik, Fernsehen und Sport erhalten jährlich eine Auszeichnung. In diesem Jahr ging die „Goldene Henne“ an den niederländischen Geiger Andre Rieu, an die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen und an das Moderatoren-Team der MDR-Sendung „Riverboat“.